Die Wasserversorgung ist für die Bewirtschaftung der Schwägalp von zentraler Bedeutung. Besonders deutlich wurde dies im trockenen Alpsommer 2018, als Frischwasser mit Tankfahrzeugen von Urnäsch auf die Schwägalp transportiert werden musste. Auch im Sommer 2026 führte die anhaltende Trockenheit dazu, dass die Wasservorkommen der bestehenden Privatwasserversorgung weitgehend versiegten. Eine provisorische Notwasserversorgung musste eingerichtet werden.
Mit der neuen Infrastruktur soll diese Abhängigkeit von Notlösungen künftig der Vergangenheit angehören.
Grundwasserbrunnen bildet Herzstück der neuen Versorgung
Herzstück des Projekts ist ein neuer Grundwasserbrunnen. Das aufbereitete Grundwasser wird künftig für die Tränke des Viehs sowie für die Reinigung der Melk- und Milchverarbeitungsanlagen zur Verfügung stehen. Damit erhalten die Alpbetriebe eine zuverlässige Grundlage für die Bewirtschaftung und die Milchverarbeitung. Für die Alp-Schaukäserei ist die Trinkwasserversorgung eine wichtige Voraussetzung für die Produktion von qualitativ hochwertigem Alpkäse. Auch der Feuerschutz wird mit dem Projekt verbessert und erhöht die Sicherheit der Alpgebäude.
Die bestehenden Quellen bleiben erhalten und werden künftig ausschliesslich für die Versorgung der Weidebrunnen genutzt. Überschüssiges Quellwasser wird wieder dem Moor zugeführt.
Schutz der Moorlandschaft
Die Planung stellte hohe Anforderungen: Die Schwägalp liegt zu grossen Teilen in der national bedeutenden Moorlandschaft Schwägalp. Die neue Infrastruktur musste deshalb so geplant werden, dass die empfindlichen Lebensräume möglichst geschont werden.
In enger Zusammenarbeit mit den zuständigen kantonalen Fachstellen und Umweltorganisationen wurde eine Lösung entwickelt, die sowohl den Anforderungen des Moorschutzes als auch den Bedürfnissen der Alpwirtschaft Rechnung trägt.
Acht Jahre von der Idee bis zur Umsetzung
Der Weg zur neuen Wasserversorgung begann nach dem trockenen Alpsommer 2018. Unter der Federführung des Departements Bau und Volkswirtschaft AR mit Regierungsrat Dölf Biasotto wurde gemeinsam mit der Alpgenossenschaft, der Alp-Schaukäserei, der Säntis-Schwebebahn AG und den Gemeinden Hundwil und Nesslau nach einer langfristig tragfähigen Lösung gesucht.
Eine breit abgestützte Arbeitsgruppe begleitete die Projektentwicklung. In den vergangenen acht Jahren wurde die Planung laufend weiterentwickelt, optimiert und an die besonderen Bedingungen der Schwägalp angepasst.
Im Sommer 2026 konnte die Baubewilligung erteilt werden. Mit dem Spatenstich am 21. September 2026 wird die Realisierung besiegelt.
Weniger Diesel, weniger Emissionen
Zum Projekt gehört neben der Wasserversorgung auch der Anschluss der Alpgebäude ans Stromnetz. Damit können zahlreiche bisher eingesetzte Dieselaggregate ausser Betrieb genommen werden. Dies verbessert die Infrastruktur und reduziert gleichzeitig Lärm, Schadstoff- und CO₂-Emissionen. Der Stromanschluss leistet damit einen zusätzlichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.
Investition in die Zukunft der Schwägalp
Der Spatenstich steht damit für mehr als den Beginn eines Bauvorhabens. Er markiert den Abschluss einer achtjährigen Planungs- und Entwicklungsphase und den Start einer wichtigen Investition in die Zukunft der Schwägalp.
Mit der neuen Wasserversorgung entstehen die Voraussetzungen für eine verlässliche und nachhaltige Bewirtschaftung der Alp. Der Anschluss ans Stromnetz reduziert die Abhängigkeit von Dieselaggregaten, und der verbesserte Feuerschutz erhöht die Sicherheit.
Das Projekt zeigt, dass sich die Anliegen der Alpwirtschaft mit dem Schutz von Natur und Landschaft verbinden lassen. Die neue Infrastruktur soll die besonderen Werte der Schwägalp bewahren und gleichzeitig den dort tätigen Menschen und Betrieben langfristige Perspektiven bieten.
Das Projekt wird massgeblich mit Investitionsbeiträgen für landwirtschaftliche Strukturverbesserungen von Bund und Kanton sowie durch die Assekuranz und Stiftungen unterstützt.
Mit dem Spatenstich beginnt die Umsetzung einer Lösung, an der während acht Jahren gearbeitet wurde – für eine sichere Wasserversorgung und eine zukunftsfähige Infrastruktur auf der Schwägalp.